Die kurze Antwort
Eine Stunde IT-Ausfall kann – abhängig von Unternehmensgröße, Personalkosten und betroffenen Geschäftsprozessen – mehrere hundert bis mehrere tausend Euro kosten.
Und dabei sind Folgekosten wie Verzögerungen, Nacharbeit oder Kundenbeeinträchtigungen noch nicht vollständig berücksichtigt.
Wie sich die Kosten zusammensetzen
Ein IT-Ausfall betrifft nicht nur Technik, sondern das gesamte Unternehmen.
1. Arbeitszeit der Mitarbeitenden
Wenn Mitarbeitende nicht arbeiten können, warten sie, improvisieren oder verlieren Zeit.
Beispiel:
- 20 Mitarbeitende,
- durchschnittlich 50 Euro Kosten pro Stunde.
Das ergibt bereits 1.000 Euro pro Stunde – nur an verlorener Arbeitszeit.
2. Verzögerte Aufträge
- Projekte verschieben sich.
- Deadlines werden nicht eingehalten.
- Abläufe geraten ins Stocken.
Das kann sich direkt auf Planung, Lieferfähigkeit und Umsatz auswirken.
3. Produktions- oder Systemstillstand
In vielen Unternehmen bedeutet IT-Ausfall:
- Maschinen stehen still.
- Prozesse stoppen.
- Dienstleistungen können nicht erbracht werden.
Hier entstehen häufig die größten Kosten.
4. Auswirkungen auf Kunden
- Kunden warten.
- Anfragen bleiben unbeantwortet.
- Vertrauen kann beschädigt werden.
Diese Folgen reichen oft über die eigentliche Ausfallzeit hinaus.
5. Interner Stress und Chaos
- Unsicherheit im Team.
- Hektische Entscheidungen.
- Ineffiziente Kommunikation.
Auch das kostet Zeit – und damit Geld.
IT-Ausfall ist nicht nur „kurzer Stillstand“. In vielen Unternehmen entsteht daraus eine Kettenreaktion im gesamten Betrieb.
Warum diese Kosten oft unterschätzt werden
Viele Auswirkungen sind nicht direkt sichtbar:
- verlorene Zeit wird nicht gemessen,
- Verzögerungen werden hingenommen,
- Folgen zeigen sich erst später.
Dadurch wirkt der Ausfall häufig kleiner, als er wirtschaftlich tatsächlich ist.
Nicht nur große Ausfälle zählen
Kosten entstehen auch durch:
- langsame Systeme,
- wiederkehrende kleine Störungen,
- instabile IT.
Die Summe vieler kleiner Unterbrechungen kann über längere Zeit teurer sein als ein einzelner großer Ausfall.
Wie Sie Ihre Ausfallkosten grob berechnen können
Für eine erste Einschätzung reichen drei Werte:
- Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden,
- durchschnittliche Kosten pro Stunde,
- Dauer des Ausfalls.
Grundformel: betroffene Mitarbeitende × Kosten pro Stunde × Ausfalldauer.
Je nach Unternehmen sollten zusätzlich Produktionsausfälle, entgangener Umsatz, Vertragsfolgen oder Nacharbeit berücksichtigt werden.
Wann Handlungsbedarf besteht
Typische Anzeichen:
- Ausfälle treten regelmäßig auf.
- Systeme sind instabil.
- Mitarbeitende verlieren spürbar Zeit.
- Kosten steigen ohne klaren Grund.
Die entscheidende Frage lautet nicht nur: „Wie oft fällt unsere IT aus?“ Sondern: „Was kostet uns jede einzelne Störung?“
Fazit: IT-Ausfälle sind teurer, als sie wirken
Die eigentlichen Kosten entstehen nicht nur in der IT, sondern überall dort, wo Prozesse, Mitarbeitende und Kunden betroffen sind.
Wer Ausfallkosten sichtbar macht, kann Investitionen und Präventionsmaßnahmen deutlich fundierter bewerten.